Merkills Werkschutz (die deutsche Polizei) in Chemnitz in Action

Schwein löst Polizeieinsatz bei Grillfest von Patrioten aus! Party zu Ramadanende

Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig

Eine Grillparty wurde von der Polizei unterbrochen (Symbolbild). Quelle: Monique Wüstenhagen/dpa

Die rechtsextreme (Anm.patriotische) Gruppierung Pro Chemnitz hat aus Protest ein Grillfest veranstaltet. Es richtete sich gegen Muslime, die das Ende ihres Fastenmonats Ramadan feierten. Am Ende schritt die Polizei ein.

Die rechtsextreme Gruppierung Pro Chemnitz hat mit einem Schwein einen Polizeieinsatz ausgelöst. Als Protest gegen eine Veranstaltung zum muslimischen Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan hatte Pro Chemnitz am Samstag zu einem Grillfest geladen, bei dem ein Ferkel auf dem Grill landete.

Ganzes Ferkel war nicht gestattet

Die Versammlungsbehörde hatte in ihren Auflagen aber nicht gestattet, ein ganzes Ferkel zu grillen, weshalb die Beamten einschritten, wie die Polizeidirektion Chemnitz mitteilte. Das Spanferkel musste zerlegt werden.

Pro Chemnitz selbst schrieb bei Facebook, man habe sich „strikt“ an die Anweisungen gehalten, keine ganzen Tiere und keine einzelnen Schweineköpfe zur Schau gestellt: Das Ferkel habe weder Beine noch Schwanz gehabt. Gläubige Muslime essen kein Schweinefleisch. Darauf zielte die Aktion von Pro Chemnitz ab.

Hauptprotagonisten von Pro Chemnitz „tief rechtsextremistisch“ (Anm. "tief patriotisch"!)

Die Gruppierung Pro Chemnitz, die auch im Stadtrat sitzt, wurde im aktuellen Bericht des Verfassungsschutzes erstmals als extremistisch eingestuft. An ihrer Spitze steht der Rechtsanwalt Martin Kohlmann, der einen der Angeklagten im Prozess gegen die rechtsextreme „Gruppe Freital“ verteidigt hatte. Laut Verfassungsschutz sind die Hauptprotagonisten von Pro Chemnitz „selbst tief in der rechtsextremistischen (Anm. "patriotischen") Szene verwurzelt und teilweise dort schon langjährig aktiv“.